Datum (26.Juli.2011), Stadtleben

© Murbreak
Es gibt tatsächlich Menschen in Graz, die gelegentlich einen Schluck aus der Mur nehmen. Dahinter stehen keinesfalls blöde Wetteinsätze oder derlei Klumpert, sondern eher die Liebe zum Surfsport, und da nimmt man manchmal halt auch einen Flussstamperl in Kauf. Obwohl Graz die Definition einer Binnenstadt sein könnte und man das Meersalz höchstens im Supermarkt kaufen kann, hat sich die Stadt in den letzten Jahren zur kleinen, aber feinen (Fluss-)Surfmetropole entwickelt. Denn mit dem Radetzkyspot kann die Stadt die zweitälteste Flusswelle der Welt für sich verbuchen. Eine ältere hat nur München.
Im Jahr 1999 fiel der Startschuss für die Grazer Helden der Wellen, unter denen Reini Urban einer der absoluten River Surfing Urgesteine ist: „Neben unseren zwei Wellen in Graz kann man in Österreich auch noch auf der Inn, Salza, Silz, Ybbs und Traun surfen.“ Er ist einer der ganz Wichtigen des Grazer Surfvereins Murbreak. Auch wenn die Temperaturen „normale“ Grazer dazu bewegen, ihre Stuben zu hüten und sich in Decken zu hüllen, stürzen sich die wagemutigen (wahnsinnigen?) Surffreaks in die Fluten, denn alles von März bis November geht angeblich „ganz gut dank Surfanzug“. (Und rosaroter Surfbrille?).

© Murbreak
Selbst Anfängern sei geraten: Steigt doch erst mal in Graz aufs Surfbrett, bevor ihr euch die paar tausend Kilometer auf einen Surfkurs begebt. Die Welle ist von Geburt an regelmäßig und man kann sie bei weitem länger reiten als die paar Sekunden mit denen man meist nur im großen Ozean beglückt wird. Somit gilt für alle Surfer und Noch-nicht-Surfer: Einfach ausprobieren, nass werden und Spaß haben!
Peter Bartl Mursurfa